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Holzhandwerk und Spielzeug

Die Erzeugnisse des Berchtesgadener Holzhandwerks waren neben dem Salz der wichtigste Exportartikel des einst reichsunmittelbaren Ländchens. Herstellung und Vertrieb von Spanschachteln, Holzspielzeug, gedrechseltem Hausrat und Flöten garantierten vom 16. bis ins 19. Jahrhundert Handwerkern, Verlegern und Hausierern den Lebensunterhalt.
Die Spanschachtel - leicht an Gewicht, haltbar und außerordentlich geschmacks- und geruchsneutral - diente noch im 19. Jahrhundert als die häufig einzige brauchbare Verpackung für kleinere Gegenstände und Warenmengen.

Das bunte Spielzeug gab es für jeden Geldbeutel: Pfeifenrössl und Grillenhäusl galten als Pfennigware, mit dem teuren Pferdewagen hingegen spielte König Ludwig II. von Bayern als Kind bei seinen Aufenthalten in Berchtesgaden.

Hausierer vertrieben die "Berchtesgadener War'" in Kleinstmengen. Sie versorgten nicht nur die nahen Gebirgsregionen, sondern das "gantze Reich". Der große Export lief über Verleger, die 1535 erstmals erwähnt wurden. Sie exportierten den Hauptanteil an Berchtesgadener Waren per Schiff oder Fuhrwerk europaweit in alle wichtigen Messe- und Handelsstädte.

Hennasteign, Voglhäusl, Arschpfeifenrössl - Podcast Bayern2 vom 18.12.2016

Zu Weihnachten hängen sie bei vielen Berchtesgadener Familien am Christbaum: Arschpfeifenrössl, Hühnerstall oder Vogelhäuschen. Das bunt-bemalte Miniatur-Spielzeug aus Holz zeugt von der jahrhundertealten Tradition des Holzhandwerks im waldreichen Talkessel des Berchtesgadener Landes.