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Die Geschichte des Schlösschens Adelsheim

1614 ließ Stiftsdekan Degenhart Neuchinger das Schlösschen "auf sain aignen Lasten" errichten. Jahrhunderte lang diente es Stiftskanzlern, hohen Stiftsbeamten und Holzwarenverlegern als nobler Wohnsitz.

1795 zog für einige Jahre das Kurfürstlich Bayerische Hauptsalzamt ein, nachdem der letzte Fürstpropst Joseph Conrad von Schroffenberg die Salinen Schellenberg und Frauenreuth in Berchtesgaden an Bayern hatte verpfänden müssen, um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden.

Nach seiner Abdankung 1803 als Landesherr des kleinen, bis dahin reichsunmittelbaren Ländchens Berchtesgaden, verbrachte Fürstpropst Joseph Conrad von Schroffenberg die wenigen ihm noch verbliebenen Lebenswochen im Adelsheim, wo er am 4. April 1803 starb.

Das Schlösschen hatte schon einmal, Anfang des 19. Jahrhunderts, einen hervorragenden Ruf als Museum. Damals präsentierte der Holzwarenverleger Johann Nepomuk Wallner seine Mustersammlung von ca. 12 000 Exponaten. Der erste Reiseführer von Berchtesgaden aus dem Jahre 1808 lobte diese Sammlung als eine der Hauptsehenswürdigkeiten des Ortes.

Mitte des 19. Jahrhunderts versuchte König Max II. von Bayern das Adelsheim zu kaufen, konnte aber nicht mit den Besitzern handelseinig werden.

Bis 1961 blieb das Schlösschen in Privatbesitz. 1963 erwarb es der Kreis Berchtesgadener Land als neuen Sitz für Heimatmuseum und Berchtesgadener Handwerkskunst. 1968 war die feierliche Eröffnung.

Woher der Name "Adelsheim" stammt, ist bis heute unklar.